Auch dieses Jahr startet die Schleswig-Holstein Liga mit zwei englischen Wochen. Für uns ging es am Mittwochabend für das erste SH-Liga-Auswärtsspiel zum Westküsten-Derby nach Heide, wo uns der kleine HSV erwartete. Wir haben uns vorgenommen erste Lehren und Schlüsse aus der Niederlage gegen TSB Flensburg zu ziehen, damit nicht erneut die erste Halbzeit verschlafen würde. Mit leicht veränderter Formation im Vergleich zum TSB-Spiel begannen wir das Spiel im gut gefüllten Heider Stadion.
Der Beginn war sehr vielversprechend: Man ließ die Kugel gut laufen und nach 10 Minuten verzeichneten wir bereits fast den ersten Torerfolg, als der Heider Keeper einen Peters-Schlenzer gerade so an die Latte lenkte. Weiter machten wir, wie besprochen, die Räume für den Gegner sehr eng und zwangen sie somit immer wieder zu langen Bällen. Umso ärgerlicher ist, dass genau aus so einer Situation das 1:0 resultierte: Langer Ball, schnörkellose Kopfballverlängerung und der Stürmer schloss frei vor Tjark gekonnt ins kurze Eck ab. Leider war es so, dass wir nun im Kollektiv die Köpfe hängen ließen. Fehlpässe, schlechte Ballannahmen und unnötige Ballverluste luden die Gastgeber immer wieder zu Großchancen ein. Eine dieser Unkonzentriertheiten führte zu einem Freistoß aus ca. 18m, der eiskalt im langen Eck zum 2:0 untergebracht wurde. Bis zur Halbzeit hatten wir Glück, dass die Heider nach einigen eklatanten Fehlern unsererseits nicht bereits das Spiel entschieden hatten und somit konnten in der Pause die Gedanken noch einmal sortiert werden, damit die zweite Hälfte besser werden würde.
Mit dem eingewechselten Torge Kunter und der Überzeugung, dass hier noch was gehen würde, sah man in Halbzeit 2 ein ganz anderes Spiel. Heide stellte sich hinten rein und wir machten das Spiel. Wir erarbeiteten uns Torchancen (Kunter, Strüven, Engel) im Minutentakt und spürten, dass noch einiges drin war. In der 64. Minute war es Bastian Peters, der nach einem wunderschönen Spielzug eine M. Kunter-Hereingabe zum ersten SH-Liga-Tor der Saison verwertete. Danach wurde mit den eingewechselten Hinne Schröder und Janek Reese der Druck noch einmal erhöht, aber man fand an diesem Tag entweder seinen Meister im Heider Schlussmann oder es fehlte einfach das Quäntchen Glück (was einem als Aufsteiger wohl verwehrt bleibt), um den Ausgleich zu erzielen. Als Wehrmutstropfen bleibt außerdem die späte zweifelhafte gelb-rote Karte für unseren Mittelfeldmotor Torben Matz, der uns im 6-Punkte Spiel in Hartenholm enorm fehlen wird.
Als Fazit bleibt wieder die 0-Punkte-Ernüchterung im Rot-Blauen Camp. Man könnte sagen viel Arbeit für keinen Ertrag. In dieser Spielklasse reichen nun mal 20 schwache Minuten aus, um so ein Spiel zu verlieren, diese Kaltschnäuzigkeit sollte man sich bei den Heidern auf jeden Fall abschauen. Des Weiteren müssen Rückschläge solcher Art viel besser bewältigt werden, damit das Spiel ruhig geführt und somit länger offen gehalten werden kann. Dieses Jahr müssen wir von Spiel zu Spiel wahnsinnig viel lernen um konkurrenzfähig zu bleiben. Dieser Lernprozess wird der entscheidende Faktor sein, der nachher ausschlaggebend ist, ob man ligatauglich ist oder eben nicht.
Aufstellung: Wessel – Hellmann, M. Kunter, Brendemühl, Jauk(62. Schröder) – Kuhr, Engel (76. Reese), Fötsch (46. T. Kunter) Matz, Strüven – Peters

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